Privatpraxis gründen: Voraussetzungen, Kosten & Schritte für Ärzte
Wie gründe ich eine Privatpraxis? Ratgeber Eröffnung Privatarztpraxis: Das sind die Erfolgsfaktoren für den Praxisstart
Was ist eine Privatarztpraxis?
Eine Privatpraxis oder Privatarztpraxis ist eine Arztpraxis, in der nur Privatpatienten und Selbstzahler behandelt werden. Da meistens die behandelnden Ärzte keine Zulassungen bei des Kassenärztlichen Vereinigungen haben (weil kein Kassenarztsitz vorhanden ist) können Gesetzlich Krankenversicherte Patienten nicht behandelt werden (Details zu Kassenarztsitzen, Ausschreibungen und Besetzung finden Sie auf den Seiten der Landesärztekammer, z.B. für Baden Württemberg hier).
Wie starte ich mit einer eigenen Privatpraxis?
Die Gründung einer Privatpraxis ist relativ einfach. Wir möchten Ihnen in diesem kleinen Ratgeber einige Tipps geben, an was Sie alles denken sollten und welche Faktoren wichtig sind. Im Gegensatz zur Übernahme einer KV-Praxis müssen Sie sich bei einer Arztpraxis für Privatpatienten mit den Fragen wie Übernahme eines Kassenarztsitzes nicht beschäftigen. Entscheidend ist, ob Sie aus bisheriger Tätigkeit schon über einen Patientenstamm verfügen, den Sie weiter behandeln können. Falls ja, bleibt nur die Auswahl einer geeigneten Immobilie und die Anmeldung der Niederlassung (sofern noch nicht erfolgt). Wenn Sie komplett neu starten und bisher keine Patienten haben, wird das Thema Marketingstrategie Arztpraxis ungleich wichtiger. Durch eine gezielte Strategie bei Jameda und durch gut durchdachte Homepage-Konzepte können Sie sich relativ schnell eine Position am Markt etablieren, die Sie von anderen unterscheidet.
Zielgruppe Privatpatienten
Wichtig für die Zielgruppe Privatpatienten ist allerdings vor allem, dass Sie im Praxisbetrieb während der Sprechstunde durch optimierte Abläufe begeistern. Das bedeutet zufriedene Patienten, die Ihre Praxis weiterempfehlen. Vor allem die Aspekte Praxisorganisation, Optimierung Sprechstunde, Personalführung und strategische Entwicklung der Arztpraxis sind wichtig, wenn Sie sich auf die Privatmedizin spezialisieren.
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Was sind die Vorteile einer Privatarztpraxis?
Vergleich Privatpraxis versus Kassenpraxis: Vorteile
Viele Ärztinnen und Ärzte stehen bei der Niederlassung vor einer grundlegenden Entscheidung: **Kassenpraxis oder Privatpraxis?** Während eine Kassenpraxis über die gesetzliche Krankenversicherung abrechnet und an die Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigung gebunden ist, arbeitet eine Privatpraxis unabhängig vom Kassensystem. Ärzte behandeln dort überwiegend Privatpatienten und Selbstzahler und rechnen ihre Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Beide Modelle haben unterschiedliche Anforderungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Freiheiten im Praxisalltag. Wer eine **Privatpraxis gründen** möchte, profitiert oft von mehr Flexibilität, individueller Patientenbetreuung und weniger Bürokratie – muss jedoch stärker auf Patientenakquise und Positionierung achten.
Vorteile Kassenpraxis
-
Große Patientennachfrage: Zugang zu gesetzlich versicherten Patienten sichert meist eine stabile Auslastung.
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Planbare Einnahmen: Regelmäßige Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung sorgt für kontinuierliche Umsätze.
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Hohe Sichtbarkeit: Viele Patienten suchen gezielt nach Ärzten mit Kassenzulassung.
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Etablierte Versorgungsstruktur: Einbindung in das reguläre Gesundheitssystem erleichtert die Patientenversorgung.
Vorteile Privatpraxis
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Mehr therapeutische Freiheit: Ärzte können Diagnostik und Behandlung ohne Einschränkungen durch Budgetierungen der gesetzlichen Krankenkassen gestalten.
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Individuellere Patientenbetreuung: In der Regel weniger Patienten pro Tag und mehr Zeit für Gespräche und Diagnostik.
- deutlich höhere Vergütung direkt über Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
- Freie Preisgestaltung innerhalb der GOÄ: Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und können je nach Aufwand gesteigert werden.
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Weniger Bürokratie: Keine Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung und weniger administrative Vorgaben.
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Flexiblere Praxisgestaltung: Ärzte können Leistungen, Spezialisierungen und Behandlungsschwerpunkte freier definieren.
- Attraktive Positionierung: Besonders geeignet für spezialisierte Leistungen, Präventionsmedizin oder Lifestyle-Medizin.
- Vergütung auch für innovative Leistungen, die von der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet werden
- Vertragspartner ist direkt der Patient (keine Krankenkasse bzw. Krankenversicherung)
- keine Verpflichtung zu Anzahl der Sprechstunden-Tage bzw. des Umfangs der Sprechstunde (Mindestkritieren definiert nur die Berufsordnung für Ärzte)
- Budgetierung entfällt (keine Wirtschaftlichkeitsprüfungen), keine EBM-Vergütung mit Quartalsabrechnung, Budgets und Deckelungen ist nicht erforderlich
- keine Regressansprüche wegen Überschreitung von definierten Mengen (z.B. bei Verordnung von Rezepten, Arzneimitteln, Hilfsmitteln)
- keine Qualitätsprüfungen z.B. Konstanzprüfungen, Stichprobenprüfungen) durch die Kassenärztlichen Vereinigungen, da die KVen für Sie als Privatärztin bzw. Privatarzt nicht zuständig sind
- keine Anforderungen von Dokumentationen durch die KVen
- Begrenzungen erstattungsfähiger Anzahl von Untersuchungen und Behandlungen entfallen ebenfalls
- Die Weiterbildungsvoraussetzungen sind geringer als in der Versorgung von GKV-Patienten. Neben einer Behandlung auf Facharztandard müssen keine weiteren Voraussetzungen erfüllt sein. Die ärztliche Approbation als Voraussetzung genügt (streng genommen ist nicht einmal eine vorhandene Facharztbezeichnung erforderlich)
- Restriktive Voraussetzungen der KVen bei Praxisverwaltungssystemen (Praxis-EDV; Systeme müssen für GKV-Patienten zertifiziert sein) entfallen ebenfalls. Der Arzt muss nach Berufsordnung eine ordnungsgemäße Dokumentation der Behandlung sicherstellen und Datensicherheit gewährleisten. Die Ärztekammern geben entsprechende Empfehlungen ab.
Vergleich Privatpraxis versus Kassenpraxis: Nachteile
Nachteile Kassenpraxis
-
Budgetierungen und Regelleistungsvolumen: Honorare sind oft begrenzt und wirtschaftlich weniger flexibel.
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Hoher Verwaltungsaufwand: Abrechnung und Dokumentation über die Kassenärztliche Vereinigung verursachen zusätzliche Bürokratie.
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Zeitdruck im Praxisalltag: Aufgrund der hohen Patientenzahlen bleibt oft weniger Zeit pro Behandlung.
- Beschränkte Niederlassungsmöglichkeiten: Für eine Kassenpraxis ist meist ein Kassensitz erforderlich, der regional begrenzt sein kann.
Nachteile Privatpraxis
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Begrenzte Patientengruppe: Behandlung überwiegend von Privatpatienten und Selbstzahlern.
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Höherer Marketingbedarf: Patienten müssen aktiv gewonnen werden, z. B. durch Praxismarketing oder Empfehlungen.
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Einkommen schwankt stärker: In der Anfangsphase kann die Auslastung niedriger sein.
- Standortabhängigkeit: Privatpraxen funktionieren besonders gut in Regionen mit höherem Privatpatientenanteil.
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Rechtliches zur Gründung einer Privatarztpraxis
Ärztliche Approbation
Voraussetzung für die Gründung einer Privatpraxis ist, dass Sie über eine ärztliche Approbation verfügen. Die Approbation gestattet Ihnen die Ausübung der Heilkunde als Arzt in Deutschland. Sofern Sie in einem Land außerhalb Deutschlands als Ärztin bzw. Arzt gearbeitet haben, müssen Sie sich um eine Anerkennung dieser Qualifikation in Deutschland kümmern. Gleichwertigkeitsprüfungen übernehmen die Ärztekammern. Sofern die reinen Ausbildungsnachweise für die Bescheinigung der Gleichwertigkeit nicht ausreichen, können Sie durch eine Kenntnisprüfung nachweisen, dass Sie über entsprechende Kenntnisse und Befähigungen verfügen. Details zur Anerkennung finden Sie auf den Seiten der Bundesärztekammer.
Facharztanerkennung
Eine Facharztanerkennung ist für die Gründung einer Privatarztpraxis nicht erforderlich. Dennoch müssen Sie nachweisen können, dass Sie die Behandlungen auf anerkanntem Facharztniveau durchführen.
Anzeige privatärztliche Niederlassung
Die Niederlassung mit einer Privatpraxis ist grundsätzlich genehmigungsfrei. Ort und Zeitpunkt der Niederlassung sind aber unverzüglich der für den Arztsitz zuständigen Ärztekammer mitzuteilen. So sehen es die Berufsordnungen der meisten Landesärztekammern vor.
Wichtig ist, dass die Privatarztpraxis von der Ausstattung her die notwendigen räumlichen, sächlichen und personellen Mittel einer üblichen Arztpraxis bietet.
Kenntlichmachung der Niederlassung bei einer Privatpraxis
Als Privatärztin bzw. Privatarzt müssen Sie Ihre Niederlassung durch ein Praxisschild kenntlich zu machen. Die Sprechstunden dürfen nach den örtlichen und fachlichen Gegebenheiten festgelegt werden. Die Sprechstundenzeiten sind auf dem Praxisschild bekannt zu geben.
Die Berufsordnungen der meisten Bundesländer sehen vor, dass folgende Inhalte auf dem Praxisschild anzugeben sind:
- die Namen der tätigen Ärzte
- die (Fach)Arztbezeichnung
- die Sprechstunden
- die Zugehörigkeit zu einer Berufsausübungsgemeinschaft
Freiwillig können angegeben werden:
- eine nach der Weiterbildungsordnung führbare Bezeichnung
- weitere von der Ärztekammer verliehene Bezeichnungen
- nach sonstigen öffentlich-rechtlichen Normen erworbene Qualifikationen
- Tätigkeitsschwerpunkte, soweit sie nicht mit anerkannten Weiterbildungsgebieten verwechselt werden können
- akademische Grade, soweit sie in Deutschland geführt werden dürfen
- Angaben zur belegärztlichen Tätigkeit
- Zugehörigkeit zu sonstigen Kooperationen (z. B. Praxisgemeinschaft / Praxisverbund)
Ärztliche Haftpflichtversicherung
Die Berufsordnungen verlangen ebenfalls, dass jede Ärztin bzw. jeder Arzt eine für seine berufliche Tätigkeit ausreichende Haftpflichtversicherung abschließt Nachweise sind den Ärztekammern auf Aufforderung zu übersenden.
Abrechnung nur nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
Wenn Sie eine Privatpraxis gründen, müssen Sie Ihre Abrechnung der privatärztlichen Tätigkeit nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) durchführen. Diese bildet zwingend die Grundlage der Vergütungsvereinbarung zwischen Arzt und Patient. Es dürfen nur angemessene Honorare gefordert werden. Pauschalen oder Wunschpreise sind in Deutschland nicht zulässig.
Wie organisiere ich eine Privatpraxis?
Ablaufoptimierung, Patientenorientierung, Begeisterung
Die wesentlichen Aspekte, in denen sich eine erfolgreiche Privatpraxis von einer gewöhnlichen Kassenarztpraxis unterscheiden solltet, sind:
- Ablaufoptimierung
- Patientenorientierung
- Begeisterung
Möchten Sie Unterstützung für Ihr Praxisteam?
In unserem Praxisorganisations-Workshop Praxis-CheckUp beraten wir Sie zu allen Fragen in Richtung Organisation, Abläufe und Sprechstundenplanung – in Ihren Praxisräumen und an nur 1 Tag!
Wir gehen mit Ihnen alle Fragen durch, die für Sie und Ihr Team entscheidend sind. Von Personalführung über Marketing bis hin zu Terminmanagement Ablaufoptimierung Sprechstunde und Kommunikation.
Die ersten 100 Tage: Erfolgreicher Start in der Privatpraxis
„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“ Dieser Grundsatz gilt für die Eröffnung einer Privatpraxis doppelt! Wichtig ist, dass Sie sich genau überlegen, wie Sie die Phase der Eröffnung und die ersten 100 Tage nach Start planen und organisieren, Häufig ist da noch Zeit, um nachzujustieren und Abläufe zu optimieren. Zentrales Ziel muss es sein, dass die Privatpatienten entlang der patient journey eine optimale Dienstleistungskette vom Erstkontakt am Telefon bis zur Verabschiedung erleben. Damit das gelingt, empfehlen wir die folgenden Bereiche genau im Blick zu haben:
- Praxishomepage Privatpraxis: Der Stellenwert des Internetauftritts ist in einer Privatpraxis noch höher als in der Kassenarztpraxis. Bereits am Tag der Eröffnung sollte die Seite online sein, optisch ansprechend und alle Inhalte enthalten, die Patienten schnell einen guten Eindruck erzeugen lassen. Vor allem die Texte lassen sich nach unserer Erfahrung oft verbessern, weil Inhalte zu stark aus der Praxisperspektive und zu wenig vom Patienten her gedacht sind
- Schulung Telefon-Kommunikation: Privatpatienten haben höhere Anforderungen an Servicequalität und Gesprächskompetenz des gesamtem Praxisteams. In der Privatarztpraxis reicht es nicht, einfach zu lächeln. Die gesamte Kommunikation (vom Erstkontakt am Telefon bis zum direkten Patientendialog in der Praxis) sollte an einer einheitlichen Kommunikations-Strategie (corporate identity) angelehnt sein. Es gibt einige relevante Themen, bei denen die Privatpraxis einheitlich agieren sollte, um Wiederkennungswert und damit Patientenbindung zu erreichen. Am Telefon sind vor allem Fragen zur Terminvergabe relevant.
- Serviceorientierung in der Privatpraxis: Auch bei den Serviceleistungen haben Patienten in der Privatpraxis höhere Ansprüche als in der KV-Praxis. Wartezeit wird kritischer gesehen, was höhere Anforderungen an das Praxismanagement bzw. die Sprechstundenplanung bedingt. Umso wichtiger, dass geregelt ist, wer nach welchen Grundsätzen im Team Termine vergibt. Das klingt auf den ersten Blick banal, ist aber ein zentraler Erfolgsfaktor für präventives Wartezeitmanagement.
- Stimmung im Praxisteam: In einer Privatpraxis geht es oft „anders zu“ als in normalen Praxen. Der Umgang miteinander ist höflicher, ruhiger, professioneller und insgesamt wertschätzender. Das müssen einige erst lernen. Und zwar sowohl MFA als auch Ärztinnen und Ärzte. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an die Personalführung. Ärztlicher Leiter bzw. Praxismanager haben hier verschiedene Möglichkeiten, durch eine aktive Feedback-Kultur und regelmäßige Team-Runden dafür zu sorgen, dass die Stimmung im Team positiv bleibt und Schwierigkeiten möglichst frühzeitig gelöst werden.
Ablaufoptimierung
Terminvergabe
In einer Privatpraxis sollten alle Abläufe einfach, schnell und schlank organisiert sein. Gerade Privatpatienten haben eine hohe Erwartung an pünktliche Termine, planbare Arztbesuche und einfacher Organisation. Das beginnt bei der Terminplanung. Hier ist vor allem wichtig, neben der klassischen Terminplanung per Telefon die Online-Terminplanung als Service anzubieten.
Terminarten
Häufig glauben Ärzte, dass es allein mit der Entscheidung für eines der gängigen Systeme am Markt und dessen Implementierung erledigt sei. Entscheidend ist jedoch, dass Sie sich für Ihre Arztpraxis genau mit den Behandlungspfaden auseinandersetzen und davon die genauen Terminarten abhängig machen. Nur wenn es Ihnen gelingt, dass die Patienten sich in die Terminkorridore einbuchen können, die zur Erkrankung passen, wird die Online-Terminierung erfolgreich und Sie können dadurch Ihr Personal entlasten.
Planung Termindauern
Entscheidend für eine pünktliche und gut durchorganisierte Sprechstunde ist, dass Sie die Dauern der häufigen Besuchs– und Behandlungsanlässe kennen und bei der Planung berücksichtigen. Das wird mit einer Patientenfrequenzanalyse möglich. Dadurch können Sie für verschiedene Terminkategorien genau den Zeitverbrauch berücksichtigen, den Sie auch benötigen. Die in manchen Privatpraxen praktizierte Regel, pro Patient einfach pauschal viel Zeit zu planen (teilweise 45min oder 60min je Patientenkontakt) geht an der Realität vorbei, ist nicht erforderlich und kann ohne Nachteile für die Patienten optimiert werden.
Terminketten
Wichtig ist, neben den einzelnen Terminen auch gleich mitzuberücksichtigen, welche Zusatzleistungen erforderlich werden. Wenn Sie z.B. in einer kardiologischen Privatpraxis als Behandlungspfad bei bestimmten Indikationen obligat Echo-Diagnostik durchführen, sollten Sie diese Patienten entweder gleich so terminieren, dass der Patientenkontakt im Echo-Raum erfolgt oder zwei unmittelbar hintereinanderliegende Termine im Sprechzimmer und im Echo-Raum planen. Moderne Terminplaner (auch Online-Planer) ermöglichen genau diese Funktionen. Wichtig ist nur, dass Sie die technischen Möglichkeiten auch für Ihre Praxis nutzbar machen. Hier wird oft zu wenig Zeit bzw. Energie investiert und dann mit suboptimal konfigurierten Terminplanungen gearbeitet.
Patientenorientierung
Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt
Für eine konsequente Patientenorientierung sollten Sie einen Perspektivwechsel vornehmen und sich den Praxisbesuch aus den Augen des Patienten ganz genau verinnerlichen. Hier geht es um kleine Details, die – sofern gut umgesetzt – begeistern können oder – sofern nicht patientenorientiert – die Weiterempfehlung einschränken. Nehmen wir als Beispiel die Temperatur im Diagnostik-Raum, in dem der Patient sich entkleiden muss. Oder das Sichtfeld (meistens ist es die Zimmerdecke), das ein Patient im Blick hat, wenn er für eine Ultraschall-Untersuchung auf dem Rücken liegt. Dies kleinen „moments of truth“ lohnen sich, um ein durchgängig positives Bild in der Praxis entstehen zu lassen.
Das „Wie“ entscheidet
Wir wissen aus verschiedenen Studien aus dem Gesundheitswesen, dass Patientenzufriedenheit zum großen Teil nicht durch die medizinische Behandlung, sondern durch die Interaktion und Kommunikation entsteht. Deshalb ist es gerade in einer Privatpraxis wichtig, diese Erkenntnisse zu berücksichtigen.
Kommunikations-Kompetenz
Das Praxisteam sollte im Hinblick auf Kommunikation geschult sein und regelmäßig kritisch validieren, ob die Patienten-Kommunikation so professionell, empathisch und bedürfnisorientiert erfolgt, dass sich die Patienten rund um Wohl fühlen können. Viele Patienten stimmen leise mit den Füßen ab und wechseln eine Arztpraxis, weil sie hier unzufrieden sind. Obwohl die Ärzte medizinisch alles richtig gemacht haben. Wir bieten Ihnen inhouse-Seminare an, um genau hier anzusetzend die Faktoren Kommunikation und Patientenzentrierung in den Fokus zu nehmen.
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med2day-Empfehlung:
Gerade für die Privatpraxis sind schlanke Prozesse, zukunftsfähige digitale Lösungen , gute Organisation und ein hohes Maß an Kommunikationskompetenz im gesamten Praxisteam Erfolgsfaktoren. Wir empfehlen, schon von Beginn der Tätigkeit als Arzt in eigener Privatpraxis auf diese Bereiche strategisch zu fokussieren, geeignete Maßnahmen zur Umsetzung und Qualitätssicherung zu implementieren. Das alles können Sie mit vernünftigem Menschenverstand alleine umsetzen. Oder Sie nutzen uns bei med2day als externen Berater, der Sie bei den wichtigen Fragen berät und unterstützt. Viel Erfolg dabei!
11 Tipps zur strategischen Vorüberlegungen vor Eröffnung einer Privatpraxis
11 Tipps für die erfolgreiche Gründung einer Privatpraxis
1. Klare Positionierung entwickeln: Definieren Sie frühzeitig, welche Leistungen und Spezialisierungen Ihre Privatpraxis anbietet. Eine klare medizinische Ausrichtung erleichtert die Patientenansprache.
2. Standort sorgfältig auswählen: Privatpraxen funktionieren besonders gut in Regionen mit einem höheren Anteil an Privatpatienten oder einer kaufkräftigen Bevölkerung.
3. Zielgruppe analysieren: Überlegen Sie, welche Patientengruppen Sie ansprechen möchten – etwa Privatversicherte, Selbstzahler oder Patienten mit bestimmten Gesundheitsbedürfnissen.
4. Wirtschaftlichen Businessplan erstellen: Ein detaillierter Businessplan hilft, Investitionen, laufende Kosten und erwartete Einnahmen realistisch zu planen.
5. Praxis effizient organisieren: Digitale Terminplanung, moderne Praxissoftware und strukturierte Abläufe sparen Zeit und verbessern die Patientenerfahrung.
6. Praxismarketing frühzeitig planen: Eine professionelle Website, gute Google-Sichtbarkeit und Online-Bewertungen sind wichtige Faktoren für die Patientengewinnung.
7. Netzwerk aufbauen: Kooperationen mit anderen Ärzten, Therapeuten oder Gesundheitsdienstleistern können neue Patienten in Ihre Praxis bringen.
8. Strategie zur strukturierten Akquise von Wunschpatienten definieren: Portale bzw. spezielle Marketingstrategien können helfen, um genau an die gewünschte Zielgruppe zu kommen.
9. Leistungsangebot strategisch erweitern: Zusatzleistungen wie Präventionsangebote oder individuelle Gesundheitsleistungen können das Angebot einer Privatpraxis ergänzen.
10. Langfristige Praxisstrategie entwickeln: Planen Sie bereits früh, wie sich Ihre Praxis in den nächsten Jahren entwickeln soll – beispielsweise durch Spezialisierung oder Ausbau des Leistungsangebots.
11. Teamkultur, Führung & Serviceorientierung stärken: Kurze Wartezeiten, persönliche Betreuung und gute Kommunikation erhöhen die Patientenzufriedenheit und fördern Empfehlungen. Gute Führung und ein Teamtraining steigern die Stimmung in der Praxis und werden von Patienten stärker wahrgenommen als viele denken.
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med2day in der Presse: Auswahl an Fachartikeln, Interviews & Co zum Thema Praxisorganisation





Wir haben in den letzten Jahren in verschiedenen Fachzeitschriften Artikel verfasst, Vorträge gehalten und Interviews zum Thema Sprechstundenplanung und Praxisorganisation geben, u.a.:
- Zahnärztliche Mitteilungen 2026: „Praxisvorbereitung auf den Krisenfall – Ruhe bewahren und den Notfallplan aktivieren“
- Onkologie heute 03/2025 bzw. Neuro aktuell 02/2025: Digitalisierung in der Arztpraxis: Wege aus der Überlastung an Praxistelefon & Co
- Pädiatrische Praxis 2024: Ihre Praxis im Check-up: Wie könnte es besser laufen?
- ärztliches journal reise & medizin 2022: Tipps für höhere Effizienz, zufriedene Patienten und glückliche Mitarbeiter: Ihre Praxis im Check-up: Wie könnte es besser laufen?
- Medavis Anwenderforum 2021: Patientenzentrierung
- Zeitschrift UroForum 2020 - Praxismanagement:Check-up für eine effiziente Praxis
- 1aMedico Fachtagung Augenheilkunde: Vorsprung durch Kompetenz - den Praxiserfolg aktiv gestalten und partizipieren 2018: "Kleine Ursache, große Wirkung: Patientenzufriedenheit als zentraler Erfolgsfaktor
- praxisnah 2016 (Fachzeitschrift Verband medizinischer Fachberufe e.V.): "Patientenzufriedenheit als Erfolgsfaktor für die Arztpraxis"
Eine komplette Übersicht aller unserer Veröffentlichungen finden Sie Veröffentlichungen:
Wichtige Fragen und Antworten zur Eröffnung einer Privatpraxis
Was ist eine Privatpraxis?
Eine Privatpraxis ist eine Arztpraxis ohne Kassenzulassung. Ärzte behandeln dort überwiegend Privatpatienten und Selbstzahler und rechnen ihre Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.
Kann man ohne Kassensitz eine Praxis eröffnen?
Ja. Ärzte können jederzeit eine Privatpraxis ohne Kassensitz gründen. Eine Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung ist dafür nicht erforderlich..
Welche Voraussetzungen braucht man für eine Privatpraxis?
Grundsätzlich benötigen Ärzte eine gültige Approbation. Je nach Fachrichtung kann auch eine Facharztanerkennung sinnvoll oder erforderlich sein, insbesondere für eine erfolgreiche Positionierung am Markt.
Wie viel kostet die Gründung einer Privatpraxis?
Die Kosten hängen von Fachrichtung, Standort und Ausstattung ab. Typische Investitionen betreffen Praxisräume, medizinische Geräte, Einrichtung, IT-Systeme sowie Marketingmaßnahmen.
Wie verdient ein Arzt in einer Privatpraxis Geld?
Ärzte rechnen ihre Leistungen direkt mit Privatpatienten oder Selbstzahlern nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Die Vergütung kann je nach Leistung und Aufwand variieren.
Wie findet eine Privatpraxis neue Patienten?
Patientengewinnung erfolgt häufig über Empfehlungen, Online-Sichtbarkeit, Praxismarketing, Kooperationen mit anderen Ärzten sowie über eine klare Spezialisierung.
Welche Vorteile hat eine Privatpraxis gegenüber einer Kassenpraxis?
Privatpraxen bieten häufig mehr medizinische Freiheit, weniger Bürokratie, individuellere Patientenbetreuung und mehr Zeit pro Patient.
Welche Risiken gibt es bei einer Privatpraxis?
Zu den Risiken gehören eine geringere Anfangsauslastung, ein stärkerer Wettbewerb in bestimmten Regionen sowie die Notwendigkeit aktiver Patientenakquise.
Für welche Fachrichtungen eignet sich eine Privatpraxis besonders?
Privatpraxen funktionieren besonders gut in spezialisierten Bereichen wie Dermatologie, Orthopädie, Psychotherapie, Präventionsmedizin oder ästhetischer Medizin.
Kann eine Privatpraxis später zur Kassenpraxis werden?
Grundsätzlich ist ein Wechsel möglich, allerdings nur wenn ein Kassensitz verfügbar ist oder übernommen werden kann
Wie viele Patienten braucht eine Privatpraxis?
Die notwendige Patientenzahl hängt stark vom Leistungsangebot und Honorarniveau ab. Oft reicht bereits eine kleinere Patientenzahl, da pro Behandlung mehr Zeit und Honorar möglich sind.
Lohnt sich die Gründung einer Privatpraxis wirtschaftlich?
Eine Privatpraxis kann wirtschaftlich sehr erfolgreich sein, insbesondere bei guter Spezialisierung, geeigneter Lage und professionellem Praxismarketing.
Wer berät mich zu wichtigen strategischen Entscheidungen vor Gründung einer Privatpraxis?
Wir bieten eine kostenlose Erstberatung, die vielen Ärzten schon reicht. Melden Sie sich gern.











