Elektronische Patientenakte für Privatpatienten
So befüllen Sie Ihre EPA
Wie befülle ich als Privatpatient meine EPA?
Elektronische Patientenakte (EPA) für privatversicherte Patienten – Was Leistungserbringer und Versicherte wissen müssen
Die EPA – freiwillig, sicher und steuerbar. Details dazu siehe PKV
Die EPA ist ein sicherer, digitaler Speicherort für medizinische Dokumente und Gesundheitsdaten, den der Versicherte selbst kontrolliert. Sie bündelt Befunde, Arztbriefe, Impf- und Mutterpassdaten sowie Medikationslisten zentral an einem zugänglichen Ort.
Kernnutzen für die Versorgung:
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Überblick über Behandlungsverlauf und Medikation in Echtzeit
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Schnellere, informierte Entscheidungen im Behandlungsprozess
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Weniger Doppeluntersuchungen und Medienbrüche
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Stärkung von Patientenautonomie und Datenhoheit
Warum ist die EPA für Privatversicherte relevant?
Privatversicherte entscheiden selbst, welche Daten in der EPA gespeichert werden und wer darauf zugreifen darf – direkt über eine App ihrer PKV. Es ist ein modernes Instrument der Patientendaten-Steuerung und kann die Effizienz und Sicherheit der Versorgung substanziell verbessern.
So funktioniert die EPA für Privatversicherte
Die Einführung und Nutzung der EPA erfolgt in drei Schritten:
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EPA-Angebot & Einrichtung
Ihre PKV bietet eine EPA-Lösung an und informiert über App-Setup und Widerspruchsrechte. Die Nutzung ist freiwillig. -
EPA-App & Zugriffssteuerung
Über die ePA-App verwaltet der Versicherte Daten, Zugriffsrechte und Vertreter. Nur er bestimmt, welche Leistungserbringer Zugriff erhalten. -
Online Check-in für Leistungserbringer
Praxen benötigen die Krankenversichertennummer (KVNR) und eine einmalige sichere Übermittlung über den Online Check-in, um auf die EPA zugreifen zu können. Der Zugriff wird per App vom Versicherten freigegeben.
Der Online Check-in ist ein digitales Verfahren, mit dem privatversicherte Patienten ihre Krankenversichertennummer (KVNR) und Basis-Stammdaten über eine Smartphone-App direkt an die Praxis übermitteln können – ohne elektronische Gesundheitskarte. Die Übermittlung erfolgt sicher über den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Dieser Prozess ist eine Voraussetzung, damit Praxen später E-Rezepte ausstellen und – in Kombination mit einer Berechtigung durch den Patienten – auf die elektronische Patientenakte (EPA) zugreifen können.
So klappt der Online-CheckIn in der Arztpraxis:
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App-Download: Versicherte laden die entsprechende App ihrer PKV und richten diese ein.
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QR-Code-Scan: Patienten scannen in der Praxis den QR-Code Ihrer Praxis-KIM-Adresse – alternativ kann dieser QR-Code auch online bereitgestellt werden.
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Zustimmung zur Übermittlung: Der Patient prüft Praxisdetails und bestätigt die Datenweitergabe.
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Datenversand per KIM: Die PKV sendet eine standardisierte KIM-Nachricht mit den Daten an Ihre Praxis.
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Übernahme in Ihr System: Praxissoftware übernimmt die Daten zur Weiterverwendung (z. B. EPA-Zugriff, E-Rezept).
EPA & Privatpraxis
Auch in Privatpraxen kann man die EPA nutzen. Dazu bedarf es einiger technischer Vorbereitungen:
Was ist die SMC-B und warum ist sie relevant?
Die SMC-B (Secure Module Card Typ B) ist eine Institutionskarte, die privatärztlichen Praxen ohne Kassenzulassung den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) ermöglicht. Mit dieser Karte kann die Praxis als TI-Teilnehmer agieren und zentrale digitale Anwendungen der Versorgung nutzen.
Funktion und Einsatzbereiche
Mit der SMC-B kann eine privatärztliche Praxis unter anderem:
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Elektronische Rezepte ausstellen (E-Rezept)
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Lesend und schreibend auf die elektronische Patientenakte (ePA) und Notfalldaten zugreifen
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Sichere Kommunikation über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) nutzen. fachportal.gematik.de
Zusätzlich ist der TI-Zugang mit SMC-B Voraussetzung für die verpflichtende Meldung an das Implantatregister Deutschland (IRD) (ab Sommer 2024), z. B. bei implantatbezogenen Maßnahmen. Gematik
Vorteile für Leistungserbringer
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Strukturierte Versorgung: schnellerer Zugriff auf relevante Gesundheitsdaten
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Bessere Medikationssicherheit durch digitale Medikationsliste
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Effizienz-Gewinn bei Anamnese & Verlaufskontrolle
Wir helfen beim Befüllen Ihrer EPA als Privatpatient
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Oder haben Sie Fragen als Leistungserbringer?
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Häufige Fragen und Antworten zur Befüllung der EPA für Privatversicherte:
Muss ich als Privatversicherter die EPA nutzen?
Nein – die Nutzung ist freiwillig, und Sie können der EPA jederzeit widersprechen.
Welche Daten kann ich in der EPA speichern?
Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Impf- und Mutterpass, Medikationsliste und mehr.
Kann ich steuern, wer auf meine EPA zugreift?
Ja – Berechtigungen und Zeitfenster legen Sie individuell per App fest.
Wie gebe ich meiner Praxis Zugriff?
Über die ePA-App; zusätzlich ist der Online Check-in für die KVNR erforderlich
Was passiert bei einem Kassenwechsel?
Sie können Ihre EPA inkl. Inhalten und Berechtigungen mitnehmen, wenn die neue PKV die EPA anbietet.
Kann meine EPA für Forschung genutzt werden?
Nein – dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage bei Privatversicherten.
Was kostet die Nutzung der EPA?
Für Versicherte sollte die Nutzung über die PKV-App ohne zusätzliche Kosten verfügbar sein.
Was ist der Unterschied zwischen EPA-App und E-Rezept-App?
Die EPA-App steuert Datenspeicherung und Zugriffe; E-Rezept-Funktionalitäten können integriert sein oder separat vorliegen.
Wie wird die Sicherheit der EPA gewährleistet?
Die EPA speichert Daten verschlüsselt und autorisierte Zugriffe werden protokolliert.
Was passiert, wenn ich widerspreche?
Ihre PKV darf keine EPA ohne vorherige Information und Widerspruchsmöglichkeit anlegen.
Was ist die KVNR?
Die Krankenversichertennummer (KVNR) ist ein einzigartiger Identifikator bei der ePA sowie anderen TI-Anwendungen.
Was ist die GesundheitsID (Digitale Identität)?
Die GesundheitsID wird zur Authentisierung bei TI-Anwendungen wie der ePA-App genutzt. Einmal angelegt, können sich Versicherte damit einloggen.
Was ist die ePA-App?
Mit der ePA-App ihrer Krankenversicherung können Privatversicherte Berechtigungen von Praxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sonstigen Einrichtungen im Gesundheitswesen verwalten.
Was ist der Online-CheckIn?
Um einer Praxis Zugriff auf die elektronische Patientenakte zu ermöglichen, müssen Privatversicherte einmalig ihre Krankenversichertennummer sicher übermitteln. Dafür wurde ein Online Check-in entwickelt, der in der EPA-App nutzbar ist.
Wie oft muss der Online-CheckIn durchgeführt werden?
Einmal pro Patient und Praxis reicht in der Regel, weil die KVNR lebenslang gültig ist
Ersetzt der Online-CheckIn die Anmeldung?
Nein – er kann Stammdaten vereinfachen, ersetzt aber nicht die persönliche Anmeldung.
Kann ich auch als Privatarzt (Privatpraxis) EPA nutzen?
Ja. Privatärztliche Praxen ohne Kassenzulassung benötigen eine Institutionskarte SMC-B, um sich an die Telematikinfrastruktur anzubinden und als TI-Teilnehmer die Anwendungen der TI zu nutzen




